Theologische Hochschule Priesterseminar

Pastoralinstitut der THC

Jahresthema 2019:  Wie heute von Gott sprechen? – in Seelsorge, Religionsunterricht, Katechese und Gottesdienst

Das Christentum kennt eine lange Tradition nicht nur der Rede von Gott, sondern auch des Nachdenkens über die Art der dafür geeigneten Sprache, über Reichtum und Schwächen von Gottesbildern und über die Erfahrung, dass die Worte im letzten zerbrechen können. Die Angebote des Pastoralinstituts wollen die theologische Reflexion der Gottesrede für aktuelle Orte der Verkündigung fruchtbar machen und auf diese Weise zum einen sensibilisieren für Orte der Gottesrede heute und zum anderen in eine Kunst der scheuen Sprache einführen.

Die folgenden drei Angebote bearbeiten jeweils einen Teilaspekt des Jahresthemas, bzw. beleuchten das Jahresthema aus einer Fachperspektive.  Diese Angebote können individuell abgerufen werden.

 

Holangebot 1: Glaubenskommunikation auf Augenhöhe (Prof. Dr. Manfred Belok, Chur)

Einander zu erzählen, was einem im Glauben wichtig (geworden) ist, was im Laufe der Jahre hat wachsen dürfen, aber auch, was an Glaubensinhalten und an Glaubenssicherheit möglicherweise zwischenzeitlich verloren gegangen ist und was an Neuem hinzugewonnen wurde, ist ein sehr persönlicher Vorgang. Er
verlangt grundsätzlich – auch in der Gemeinde als einem der wichtigen Lernorte des Glaubens – eine Kommunikation, die nicht belehrt und massregelt, sondern die einen Dialog auf Augenhöhe ermöglicht. Wo liegen die Chancen und Herausforderungen für das Anliegen Glaubensbildung und Glaubenskommunikation auf Augenhöhe? Was ist zu beachten? Welche Ansatzpunkte lassen sich aufzeigen?

 

Holangebot 2: Spurensuche nach einer zeitsensiblen Gebetssprache (Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz, Chur)

Als nach dem Zweiten Vatikanischen Konzils die Muttersprache Eingang in die Liturgie der Kirche hielt, glaubten nicht wenige liturgisch Bewegte, am Ziel aller notwendigen Bemühungen zu sein. Nun könnten alle voll, bewusst und tätig an der Liturgie teilhaben. Doch das erwies sich als Trugschluss. Vielen ist gerade die Sprache ein Stolperstein. «Es tönt deutsch, doch wir wissen nicht, wovon die Rede ist …». So ist es gerade in der Gegenwart von Kirche und Gesellschaft eine besondere Herausforderung, vor und zu Gott so zu reden, dass sich Menschen mitgenommen fühlen und zu Mitbetenden werden können. Die Spurensuche nach einer überzeugenden und fruchtbaren Sprache in Liturgie und Gebet ist daher unabdinglich.

 

Holangebot 3: Religionsunterricht und Katechese als Sprachlabor (Prof. Dr. Christian Cebulj, Chur)

«Was ich erfinde, sind neue Gleichnisse», sagt der Philosoph Ludwig Wittgenstein. Auch in Religionsunterricht und Katechese bemühen wir uns ständig um «neue Gleichnisse», um Kinder und Jugendliche auf ihrem Glaubensweg zu begleiten. Ein kompetenter Umgang mit Sprache gehört deshalb ohne Zweifel zum Bildungsauftrag von Katechetinnen und Katecheten in Schule und Pfarrei. Doch wie finden wir eine lebendige und elementare Sprache, wo Religion doch immer die Grenze des Unsagbaren berührt? Das Holangebot versteht sich als «Sprachlabor», das kreative Experimente an den Grenzen der religiösen Sprache versucht.

 

 

Jahresthema 2018: Partnerschaft und Familie im Brennpunkt?

Das Christentum kennt eine lange Tradition nicht nur in der Rede von Gott, sondern auch des Nachdenkens über die Art der dafür geeigneten Sprache, über Reichtum und Schwächen von Gottesbildern und über die Erfahrung, dass die Worte im letzten zerbrechen können. Die Angebote des Pastoralinstituts wollen die theologische Reflektion der Gottesrede für aktuelle Orte der Verkündigung fruchtbar machen und auf diese Weise zum einen sensibilisieren für Orte der Gottesrede heute und zum anderen in eine Kunst der scheuen Sprache einführen.

Die folgenden drei Angebote bearbeiten jeweils einen Teilaspekt des Jahresthemas, bzw. beleuchten das Jahresthema aus einer Fachperspektive.  Diese Angebote können individuell abgerufen werden.

 

Holangebot 1:       Welche Vorbereitung hilft der Ehe? (Prof. Dr. Manfred Belok, Chur)

Die (entferntere und direkte) Ehevorbereitung will als kirchlich-diakonales Handeln individuelles, partnerschaftliches, soziales und (ehe-) katechetisches Lernen anregen und einüben. Der Ehe als „Lebens- und Schicksalsgemeinschaft von Frau und Mann im Hinblick auf das ganze Leben“ (totius vitae consortium, can. 1053 CIC/1983) hilft es, wenn die künftigen Ehepartner in einem Verständnis von lebenslangem Lernen in der Vorbereitung auf ihre Ehe die Herausforderungen, die sich ihnen als Einzelperson und als Paar stellen, realistisch sehen, annehmen und gestalten können. Hierzu gilt es u.a. psychologische Aspekte (Regeln einer Kommunikations-, Konflikt- und Versöhnungskultur, Phasen der Liebe) wie auch theologische Aspekte (Was meint „Ehe als Sakrament“? Was heisst, „Ehe aus dem Glauben“ leben?) in den Blick zu nehmen.

 

Holangebot 2      Welche Gottesdienstformen stärken die Familie? (Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz, Chur)

Viele Mütter und Väter von heute wünschen sich „Irgendetwas Religiöses“ für ihre Kinder, auch wenn sie oft selbst kaum religiös sozialisiert sind. Familien, gerade mit kleinen Kindern, wären oft gerne eingebunden in ein Sozialgefüge, das ihnen hilft, ihr Miteinander zu strukturieren und zu gestalten. Häufig suchen sie auch nach Ritualen, die ihrem Leben Sinn verleihen helfen. In den Pfarreien ihres Wohnortes treffen sie dabei auf ein Ritualangebot, das auf sie zugeschnitten sein will, aber nicht immer ihren Bedürfnissen oder ihren Möglichkeiten entspricht. Nicht immer ist die „Familienmesse“ am Sonntagmorgen das geeignete Angebot für Suchende. Oft kommt die Erstkommunionvorbereitung zu spät, denn Familien haben sich längst schon anders orientiert. Was bedeutet diese Situation für die Pastoral vor Ort? Welche gottesdienstlichen Formen würden Familien stärken?

 

Holangebot 3        Welche Rituale stärken Familien? (Prof. Dr. Christian Cebulj, Chur)

Das Motto „Familie ist, wo man nicht hinausgeworfen wird…“ geht von der Erfahrung aus, dass Familien in ihren vielfältigen Formen zwar als „Lernorte des Glaubens“ wichtige Partner für Seelsorge und Katechese sind. Oft fühlen die Familien sich aber mit der Aufgabe der religiösen Erziehung überfordert und allein gelassen. Sie sind auf Unterstützung angewiesen. Das zeigt sich gerade an der Gestaltung von Familien-Ritualen. Das vorliegende Modul (Abend/Halbtag) gibt religionspädagogische Impulse, wie Seelsorge und Katechese die Ritualkompetenz von Familien stärken können. Anhand von „Best-Practice-Beispielen“ wird aufgezeigt, wie es gelingt, dass Eltern, Grosseltern und Alleinerziehende Religion bei der Gestaltung des Familienlebens mit Kindern und Jugendlichen als hilfreich erfahren. Das Angebot kann von Dekanaten und Pfarreien abgerufen werden.